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Das ist meine Geschichte – eine Geschichte für Eltern oder Bezugspersonen mutistischer Kinder, die dir Hoffnung machen soll, wenn du vielleicht gerade nicht mehr weiterweißt…

Es gibt Dinge, die sieht man von außen nicht.
Ein Kind, das außerhalb von Zuhause still ist.
Ein Kind, das „brav“ wirkt.
Ein Kind, das einfach nichts sagt.

Viele denken dann schnell: „Ach, das ist halt schüchtern.“
Aber was wirklich dahinter steckt, versteht kaum jemand.

Ich weiß das, weil ich selbst dieses Kind war.

17 Jahre Mutismus – und niemand versteht wirklich, wie es sich anfühlt

Ich hatte selektiven Mutismus vom dritten bis zu meinem zwanzigsten Lebensjahr.
17 Jahre lang. Ich konnte außerhalb von Zuhause nicht sprechen.

Und das bedeutet nicht, dass man einfach nichts sagen möchte.
Es bedeutet, dass man nicht sprechen kann – selbst wenn man es will.

Es ist, als würde etwas im eigenen Körper blockieren und Angst machen zu sprechen.
Als würde man feststecken.

Und gleichzeitig bekommt man alles mit.

Ich habe beobachtet, zugehört und gespürt, wie andere über mich denken und was sie sagen…
Ich habe die Blicke gesehen, die Unsicherheit, das Unverständnis.

Und ja – ich habe auch mitbekommen, dass viele dachten, aus mir würde nichts werden.

Das sind Gedanken, die man nicht einfach ausblendet.
Auch wenn man still ist, fühlt man alles – sogar viel stärker.

Schule: Wissen im Kopf – aber keine Stimme

Die Schulzeit war für mich eine der größten Herausforderungen.

Ständig diese Erwartungen:
Antworten geben.
Sprechen.
Vor anderen etwas sagen.

Ich wusste immer, was ich sagen wollte.
Aber ich konnte nicht.

Irgendwann hatte ich auch Sorge davor, wenn ich anfangen würde zu sprechen, was die anderen dann von mir denken würden.

Dieses Gefühl ist schwer zu beschreiben.
Es ist nicht nur Angst – es ist eher eine Mischung aus Druck, Überforderung und kompletter Hilflosigkeit.

Man sitzt da, weiß die Antwort – und bleibt trotzdem still.

Und genau in diesen Momenten fühlt man sich am meisten falsch.

Trotzdem habe ich meinen Schulabschluss extern geschafft, ohne je ein Wort in der Schule oder in der Prüfung zu sagen.

Nicht, weil es leicht war – sondern weil ich mich immer wieder durch Situationen durchkämpfen musste, die sich für mich kaum aushaltbar angefühlt haben.

Therapien, die mich an meine Grenzen gebracht haben

Ein großer Teil meiner Kindheit und Jugend waren Therapien.

Und auch wenn sie helfen sollten – für mich waren sie oft extrem belastend.

Schon der Gedanke an einen Termin hat Stress in mir ausgelöst.

Ich wusste, was auf mich zukommt:
Wieder Situationen, in denen ich sprechen sollte.
Wieder dieses Gefühl, etwas leisten zu müssen, was ich nicht konnte.

Ich hatte Angst davor.
Richtige Angst.

Nicht, weil ich nicht wollte – sondern weil ich wusste, wie überfordernd es für mich wird.

Und trotzdem bin ich immer wieder hingegangen.

Immer wieder durch diese Gefühle durch.
Oft aber auch mit dem Gefühl, dass mich niemand wirklich versteht.

Dass niemand wirklich nachempfinden kann, wie es ist, im eigenen Körper festzustecken und nicht sprechen zu können.

Was Mutismus mit mir gemacht hat

Diese Zeit hat mich geprägt.

Ich habe gelernt, extrem feinfühlig zu sein.
Ich habe gelernt, zwischen den Zeilen zu lesen.
Ich habe gelernt, Menschen genau zu beobachten.
Ich habe dadurch gelernt, mich in andere hineinzuversetzen.

Aber gleichzeitig hatte ich lange das Gefühl, nicht richtig zu sein.

Anders zu sein.
Nicht genug zu sein.

Und ehrlich gesagt – ich habe selbst oft geglaubt, dass mit mir etwas nicht stimmt.

Mein Leben heute

Irgendwann habe ich es geschafft, den Mutismus zu überwinden – nicht, weil das Mutismus-Gespenst (welches ich bei Therapien zeichnen musste…) kleiner geworden ist… sondern weil irgendwann meine Träume größer waren als die Angst vorm Sprechen.

Heute sieht mein Leben komplett anders aus.

Ich wollte nach den vielen Jahren, in denen ich nicht wirklich frei war, endlich frei sein.
Ich wollte keine festen Strukturen, keine klassische Ausbildung oder sonstige Verpflichtungen.
Ich wollte nicht mehr nach Regeln leben.
Ich wollte endlich meine eigenen Träume leben.

Ich habe mir ein eigenes Online-Business aufgebaut.
Es war hart, weil ich anfangs noch immer Sprechblockaden hatte… aber ich habe mich da durchgekämpft.
Und mit der Zeit habe ich das Sprechen immer besser gelernt.

Und ich habe große Träume.

Ich möchte auf Weltreise gehen und auswandern.
Mein Leben so gestalten, wie es sich für mich richtig anfühlt.

Wenn mir das früher jemand gesagt hätte, hätte ich es nicht geglaubt.

Ich musste heilen und muss es immer noch, man steckt so eine lange Zeit nicht einfach so weg als Erwachsener… und das ist okay, es wird immer ein Teil von mir bleiben.

Für Eltern: Bitte unterschätzt euer Kind nicht

Ich teile das alles, weil ich weiß, dass es da draußen Eltern gibt, die sich Sorgen machen.

Die ihr Kind sehen – und nicht wissen, wie sie ihm wirklich helfen können.

Wenn du selbst ein mutistisches Kind hast, möchte ich dir sagen:

Bitte hör nicht auf, an dein Kind zu glauben.

Nur weil es nicht spricht, heißt das nicht, dass es nichts versteht.
Nicht fühlt.
Oder weniger kann.

Diese Kinder tragen so viel in sich.
Sie fühlen oft viel intensiver.

Sie brauchen keinen Druck.
Sie brauchen Sicherheit, Geduld und Menschen, die an sie glauben.

Und ich bin mir ganz sicher: Mit der Zeit werden sie sprechen – nicht, weil sie zu Therapien gehen, sondern weil sie irgendwann selbst den Wunsch verspüren und es für sie Sinn macht.

Und ja, das kann auch erst in der Jugend oder im jungen Erwachsenenalter sein.

Ihr braucht Geduld.
Und das ist okay.

Ihr schafft das – auch wenn es nicht leicht ist.

Du bist nicht allein 💛

Wenn du Fragen hast oder dir einfach Austausch wünschst, kannst du mir jederzeit schreiben.

💌 Schreib mir gerne eine E-Mail.

Ich weiß, wie sich dieser Weg anfühlt.

Und ich wünsche mir, dass kein Kind das Gefühl haben muss, „falsch“ zu sein.

Denn jedes Kind ist genau richtig – auch wenn es (noch) nicht spricht.

Affirmationen Poster Kinder

Wenn dein Kind schnell überfordert ist oder an sich zweifelt

Manche Kinder fühlen intensiver.
Sie reagieren schneller mit Wut, ziehen sich zurück oder sagen: „Ich kann das nicht.“

Nicht, weil sie schwierig sind.
Sondern weil ihre Gefühle größer sind als ihre Worte.

Gerade sensible oder unsichere Kinder brauchen Sätze,
die ihnen Halt geben und sie daran erinnern:

Ich bin mutig.
Ich bin stark.
Ich bin wertvoll.

Dieses Affirmationsposter für 0€ hilft deinem Kind dabei,

✔ Selbstzweifel zu beruhigen
✔ innere Sicherheit zu stärken
✔ Gefühle besser einzuordnen
✔ sich selbst mehr zuzutrauen

Einfach ausdrucken und gemeinsam lesen –
als kleine tägliche Erinnerung: Du bist genau richtig.